Rudolf Steiner

Dies ist meine Rudolf Steiner Zitatesammlung

Die Verbindung des Ätherleibes mit dem Kopf des Menschen

„Es muss eine Zeit kommen – so sagten sich die Eingeweihten, welche die Zeichen der Zeit kannten -, wo dieses alte Weisheitsgut so versiegt sein wird innerhalb der Menschheit, dass diese Weisheit den Menschen nicht mehr führen und lenken kann. Dann aber würde der Mensch in der Welt in Unsicherheit fallen. Das würde sich ausdrücken in seinem Wollen, in seinem Handeln und seinem Fühlen.

Und indem nach und nach die Weisheit ersterben würde, würden die Menschen unweise sich selbst führen. Ihr Ich würde immer mehr und mehr zunehmen, so dass, wenn die Weisheit sich zurückzöge, ein jeder anfinge, in seinem eigenen Ich nach der Wahrheit zu suchen, seine eigenen Gefühle zu entwickeln, seinen Willen zu entwickeln, ein jeder für sich, und die Menschen würden immer mehr und mehr gesondert, immer fremder einander, und immer weniger würden sie sich verstehen.

Weil ein jeder seine eigenen Gedanken haben will, die ihm nicht zufließen von der einheitlichen Weisheit, so kann der eine nicht die Gedanken des anderen verstehen. Und weil seine Gefühle nicht geleitet werden von der einheitlichen Weisheit, so wird es dahin kommen, dass sich widerstreben die Gefühle der Menschen. Und ebenso würde es sein mit ihren Handlungen.

Die Menschen würden alle gegeneinander handeln, denken und fühlen, und es würde die Menschheit zersplittert werden zuletzt in lauter gegeneinander in Streit stehende Individuen.“

Rudolf Steiner am 05.07.1909 in der
GA 112 („Das Johannes-Evangelium“),
S. 222 ff.

Kommentar

Er hat nicht gesagt, dass die Naturwissenschaften Falsches sagen. Steiner drückt nur ziemlich krass die Relativität von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen aus. Und wenn er sagt, in den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen lebt ein Gespenst, dann meint er das wörtlich! Wenn man das Gespenst aus diesen Erkenntnissen vertreibt, wird die Wahrheit sichtbar.

Umarmung

Die Quantenphysik beweist ja heutzutage die Annahme der Relativität.


Der Christus kann nicht mit dem Verstand erfasst werden.

„Denn eines erfuhren die alten Eingeweihten mit voller Bewusstheit: sie wussten, Weisheit ist nicht bloß etwas abstrakt im Menschen Lebendes, Weisheit ist Licht im Menschen, indem der Mensch denkt, sich innerlich Bilder macht.

Denn dasselbe, was da im Menschen innerlich die Bilder sind, das ist äußerlich das Licht, das belebt. Unsere Begriffe können kein Licht schaffen – so etwa sagten sich diese Eingeweihten -, daher haben sie selber die Form des Todes in Anspruch genommen, daher sind sie tot, unsere Begriffe.

Und das war die tragische Weisheit eines großen Teiles der Mysterien des vierten nachatlantischen Zeitraumes, dass der Satz gefühlt wurde: Die Weisheit des Menschen kann nicht mehr Licht sein, sie wird dunkel im Menschen; denn Licht ist schaffend.

Der Christus kann nicht mit dem Verstand erfasst werden

Der abstrakte Gedanke ist unschöpferisch, ist tot.

………….

durch Christus ist etwas in die Welt gekommen, was nicht nur gedacht werden kann, was leuchtet, was wiederum Lichtkraft, also schaffende Kraft hat. Er hat sie (die Natur) durchdrungen. Und in dem Christus kann jetzt die Menschheit dasjenige finden, was sie früher in der Natur gefunden hat. ……..

Und so müssen wir eben diese zweite Welt sehen, eine zweite, ganz neue Welt ist gekommen mit dem Christus. Es ist nicht bloß dieses Abstraktum, als das man es häufig ansieht, sondern es ist eine ganz neue Welt, eine Welt, die wiederum dasjenige gibt, wenn es richtig verstanden wird, was früher die Natur gegeben hat.

Der Intellektualismus lacht, wenn man davon spricht, dass in den Mineralien Gnomen sind, was aber nichts anderes zum Ausdruck bringen soll als das, was ich vorhin gesagt habe: Die Mineralien sprachen zu einem -, oder dass Undinen in den Pflanzen sind. Menschen, die nicht mehr erblassen können, nicht mehr erröten können beim Anblick der Pflanzen, die können natürlich auch von den Undinen nichts wissen; denn die Verstandesbegriffe, die Definitionen, die sagen nichts von den Undinen.

Aber das Erröten und Erblassen, das, was im Blute liegt, das spricht davon, sprach einmal davon. Heute spricht es nur unbewusst davon. Aber all das vermag wieder aufzuleben, wenn der Christus wirklich als ein Erlebnis bei der Menschheit eintritt. Und im Christus wird sich das Alter wiederum mit der Jugend verständigen können.

Denn der Christus, der kann nicht mit dem Verstande erfasst werden. Sehen Sie, wie wir heute die Welt verstandesmäßig beurteilen, reden wir von richtig und unrichtig, von wahr und falsch. Aber das hat nur für die physische Welt, in der wir zwischen Geburt und Tod leben, Bedeutung.

Die Leute, zu denen man reden muss über die höheren Welten, die wollen nicht eingehen auf das, was das Wesentliche ist. Gewiss, man muss die Begriffe von wahr und falsch, von logisch richtig und unrichtig auch in die höheren Welten hinauftragen. Aber das ist nicht das Wesentliche.

Das Wesentliche ist, dass da etwas Lebendiges dazu kommen muss, dass da die Begriffe «gesund» und «krank» zum Beispiel eintreten müssen. Hier für die physische Welt ist etwas eben richtig oder unrichtig, für die höheren Welten ist das Richtige außerdem gesund. Wir empfinden es so lebendig, wie wir hier das Gesundsein am ganzen Menschen empfinden in der physischen Welt.

Und das Falsche, das Unrichtige ist dort das Kranke, und wir reden eigentlich besser, wenn wir in der gewöhnlichen Welt die Dinge wirklich treffen wollen, von gesund und krank, als wenn wir von richtig oder unrichtig reden, und wir müssen uns auch aneignen etwas von der Anschauung nach dem Gesunden oder Kranken.

Hier urteilen wir logisch nach richtig oder unrichtig, in den höheren Welten empfinden wir: da wächst etwas, es entwickelt sich. Wir reden nicht vom bloßen Richtigen, wir empfinden das als gesund. Und wenn wir einen Begriff darüber fassen, so fühlen wir auch diesen Begriff als etwas Gesundes, nicht bloß als etwas Richtiges. Und ebenso fühlen wir das, was unrichtig ist, in der geistigen Welt als krank.

Nun, für die physische Welt reichen wir heute eben aus – wir sind einmal so veranlagt – mit richtig oder unrichtig. Für die Geschichte ist das nicht der Fall.

Für die Geschichte kommen wir eben mit dem nicht aus, was die neueren Historiker nach dem Muster der bloßen Physik an Begriffen entwickelt haben. Da müssen wir sprechen von einer Gesundheit am Ausgangspunkte der Menschheit. Wir müssen in der griechisch-lateinischen Zeit sprechen von einer Erkrankung der Kultur. Und wir müssen von der Therapie der Geschichte sprechen, indem wir die Wirksamkeit des Mysteriums von Golgatha entwickeln. Wir müssen also sprechen, wie wir von dem gesunden und kranken Menschen sprechen, wir müssen die Geschichte nach dem Musterbilde einer Erkrankung und einer Heilung darstellen.

“Rudolf Steiner in der GA 209, S. 101 f.“


Zeit

Zeit ist in der allgemeinen Relativitätstheorie nicht unbedingt unbegrenzt. So gehen viele Physiker davon aus, dass der Urknall nicht nur der Beginn der Existenz von Materie ist, sondern auch den Beginn von Raum und Zeit darstellt. Nach Stephen W. Hawking hat es einen Zeitpunkt „eine Sekunde vor dem Urknall“ ebenso wenig gegeben wie einen Punkt auf der Erde, der 1 km nördlich des Nordpols liegt.

Was wir als Zeit erleben, hat seine wahre Ursache in dem Zusammenwirken einer Summe niederer und höherer geistiger Wesen.

Was wir im Erdenleben als Zeit empfinden, ist eine Täuschung; Wirklichkeit hat nur die Geschwindigkeit:

„Ich habe davon gesprochen, daß die Zeit, so wie wir sie erleben, eigentlich eine Täuschung ist, daß die Zeit in Wirklichkeit etwas ganz anderes ist, als sie der Mensch erlebt, weil der Mensch die Zeit nicht perspektivisch nimmt, so sagte ich dazumal.

Den Raum erlebt der Mensch schon perspektivisch; die ferneren Bäume sieht er kleiner als die nahen Bäume.

In Wirklichkeit ist auch die Zeit ebenso perspektivisch zu sehen. Die in der Zeit entfernten Ereignisse sind anders zu sehen als die in der Zeit nahen Ereignisse.

Es ist aber nur die Grundlage dafür, daß die Zeit wirklich das ist, als was die Forscher aller Zeiten sie angesehen haben: die Zeit ist das wichtigste Medium der menschlichen Täuschung.

Wir denken uns, daß zum Beispiel die Wesen der höheren Hierarchien auch so durch die Zeit fließen, wie unser eigenes Seelenleben durch die Zeit fließt: es ist keine Wahrheit darin. In Wahrheit liegt das Wesen der höheren Hierarchien in abgeflossenen Zeiten, aber sie wirken herüber aus den abgeflossenen Zeiten, wie im Raume von einem entfernten Orte man herüberwirken kann, meinetwegen durch Lichtsignale oder so etwas, auf in einem nahen Orte im Raume liegende Wesen.

Die Zeit ist nicht das, als was sie die Menschen ansehen, die Zeit ist auch nicht das, als was sie solche Philosophen wie Kant ansehen, sondern die Zeit ist in ihrer Wirklichkeit etwas ganz anderes. Und das, was der Mensch als Wirklichkeit ansieht, ist eben auch eine Maja, eine große Täuschung.

Vor allen Dingen bleibt immer das stehen, wovon wir glauben, indem wir in der Zeit als Täuschung leben, daß es vergangen sei. Es bleibt aber da; die Zeit wird wirklich zu etwas wie zu einem Raume. Und man sieht auf die rückwärtigen Ereignisse so, wie man auf entfernte Gegenstände im Raume sieht, wenn man wahrhaftig sieht. Die Zeit ist eine Täuschung.

Und weiter weiß die Geisteswissenschaft, daß die Quellen zu andern großen Täuschungen in menschlichen Weltanschauungen davon herrühren, daß der Mensch in bezug auf die Zeit der Täuschung unterliegt.

Wenn unter Ihnen viele Physiker wären, würde ich selbst rein physikalisch mich hier aussprechen können. Ich würde Ihnen an physikalischen Formeln zeigen können, daß so, wie der Physiker die Zeit – das t, wie er es bloß nennt – in die physikalischen Formeln einführt, diese Zeit nur eine Zahl ist, also etwas ganz Unbekanntes, keine Wirklichkeit, sondern ein reiner Schein ist. Ein Wirkliches ist immer nur die Geschwindigkeit, aber die gerade sieht der Physiker als eine Folge der Zeit an. Da Sie ja keine Physiker sind und sich wahrscheinlich auf das Verständnis der Sache nicht einlassen werden, will auch ich mich nicht weiter darauf einlassen.

Die Zeit ist Täuschung, das ist eine schwerwiegende Wahrheit, weil die Zeit als Täuschung vielen andern Täuschungen des Lebens zugrunde liegt.

So zum Beispiel sieht man alle Dinge falsch, wenn man im geschichtlichen Leben die Zeit falsch anwendet. So denken etwa die Menschen, in den ersten drei christlichen Jahrhunderten hätten sich gewisse Dinge zugetragen, die seien jetzt vorbei. – In Wirklichkeit müßten sie denken: Der Erzengel oder die Wesenheit aus der Hierarchie der Archai, die dazumal die Ereignisse geleitet hat, ist noch da; das wirkt in anderer Weise weiter. – Das Vergangensein ist nur eine Täuschung. Es hängt viel davon ab, daß man gegenüber der geistigen Wirklichkeit gerade den perspektivischen Charakter der Zeit kennenlernt, daß man weiß, man muß sich über die Ereignisse im Zeitenlaufe ebenso täuschen – während man das nicht glaubt -, wie man sich über die Ereignisse im Raume täuscht, wenn man keine Perspektive zugibt.

Denken Sie einmal, wie groß die Täuschung wäre, wenn Sie keine Perspektive zugeben würden, wenn Sie das Entfernte im Raume als so wirksam auf sich selbst betrachten würden wie das Nahe. Sie schauen auf einen fernen Berg hin. Von der Luft, die Sie umgibt, hängt wesentlich Ihre Gesundheit ab; von der Luft auf dem fernen Berge nicht, denn wollen Sie sie als gesundheitsfördernd haben, so müssen Sie hingehen.

Die Wirklichkeit hängt im wesentlichen, sobald es um die Wirklichkeit im Leben sich handelt, mit der Perspektive zusammen.

So ist es aber auch mit Bezug auf die Zeit. Wir leben richtig in der Gegenwart, wenn wir nicht glauben, daß die ferneren Ereignisse der Vergangenheit ebenso gewogen werden können wie die nahen Ereignisse.

Wenn wir im dritten nachatlantischen Zeitraum die ägyptisch-chaldäische Zeit betrachten und nur dasjenige ins Auge fassen, was die Dokumente liefern, und sie so registrieren, wie sie die Torengeschichte registriert, die Fable convenue, die sich eben heute Geschichte nennt, dann machen wir den perspektivischen Fehler. Denn es hat überhaupt für das heutige Leben gar keine Bedeutung, was die Menschen äußerlich an Taten während der ägyptischen Zeit gemacht haben, aber was die Engel und Erzengel und Archai gemacht haben, das hat Bedeutung; das tritt aber nur in der perspektivisch gebildeten Betrachtung hervor.

Rudolf Steiner als Student
Der 21-jährige Student Rudolf Steiner, um 1882

Daher ist es ein Grundsatz, und nicht nur heute, wo wir alle diese Dinge wiederentdecken müssen auf dem Boden der Anthroposophie, sondern in allen Zeiten war es ein Grundsatz für alle geistigen Forscher, daß die Zeit als solche eine Täuschung ist, und niemals wurde von einem wirklichen Kenner der Wirklichkeit mit der Zeit so gerechnet, daß sie für eine Wahrheit gehalten wurde, daß sie selbst für eine wahre Wirklichkeit gehalten worden wäre.“

(Lit.GA 184, S. 71ff)


über den richtigen Nahrungsbedarf

„Der Mensch hat die Möglichkeit, sich in weiser Art seinen Organismus aufzubauen, kann dazu beitragen, die freien selbständigen inneren Kräfte zu entfalten, und so kommen wie denn durch die Geisteswissenschaft auf den eingangs erwähnten, von Feuerbach aufgestellten Spruch zurück: „Der Mensch ist, was er ißt.“ Der Mensch kann sich selbst so ernähren, daß er seine unsichtbare innere Selbständigkeit untergräbt und dadurch zum Ausdruck dessen wird, was er ißt. Aber er soll so essen – und die Geisteswissenschaft kann ihm eine Anleitung dazu sein – daß er immer weniger und weniger der Sklave seiner Nahrungsweise ist,..weil wir durch eine unrichtige Ernährungsweise leicht werden können das, was wir essen.
Aber der Mensch kann dadurch, daß er sich mit der Erkenntnis des geistiges Lebens durchdringt, danach trachten, daß er frei und unabhängig sei, so daß ihn dasjenige, was er ißt, nicht hindert, dasjenige zu sein und zu werden, was ein Mensch werden kann.“ (1902, Archiv)

Aus „Irdische und kosmische Ernährung“ – Dr. Ernst Hagemann – Teil 4 – Seite 41


Der geistige Hintergrund der Musik

Quelle: https://anthrowiki.at/Musik

In der zeitgemäßen Musik besteht die Aufgabe, die unbewußt erlebten Sphärenklänge als umfassende Quelle der Musik über die Verstandes- und Gemütsseele hinaus in das Tagesbewußtsein zu heben, also die wahrgenommenen Harmonien und Disharmonien des Weltgeschehens mit der Bewußtseinsseele aufzusuchen und durch sie musikalisch ‚abzubilden‘. Disharmonien verlieren dann durch passende Einordnung ihren zerstörerischen Charakter. Sie fördern aufbauend und abbauend die Entwicklung des Ganzen.

Musik ist darum, ganz allgemein und abstrakt ausgedrückt, die Kunst, Töne durch Rhythmus, Melodie (die Abfolge verschiedener Tonhöhen), Harmonie (die Gleichzeitigkeit bestimmter Tonhöhen) und Dynamik (die Abfolge der Lautstärke) zu einem in der Zeit verlaufenden Klangkunstwerk zu ordnen. Nach dem heutigen, mehr äußerlich orientierten Musikverständnis, kann in diesem Sinn grundsätzlich jede Tonfolge als Musik aufgefasst werden. Aus geistiger Sicht hat man es aber erst dann mit wahrer Musik zu tun, wenn die geordnete Folge der Töne zu einer (partiellen) sinnlichen Offenbarung der Sphärenharmonie erhöht wird, denn der wahre Ursprung der Musik liegt in der geistigen Welt, dem Devachan, das geistig als Sphärenmusik erlebt wird.

„Das Musikalische, das uns entgegentritt als ein Ton, kommt aus dem Devachan. Indem der Mensch im Schlafe entrückt ist in die geistige Welt, lebt er in Tönen. Diese Töne vergißt er im normalen Zustande. Der Musiker erinnert sich, zwar nicht bewußt, derselben. Es sind die Töne des devachanischen Webens und Wogens, die sich ausdrücken in der Musik, im physischen Ton.“ (Lit.:GA 108, S. 115)

„Jedesmal, wenn der Mensch einschläft, bewußtlos wird, tritt sein Astralleib heraus aus dem physischen Leib. Dann ist der Mensch zwar unbewußt, aber doch lebend in der geistigen Welt. Auf seine Seele machen die geistigen Klänge einen Eindruck. Jeden Morgen wacht der Mensch auf aus einer Welt der Sphärenmusik, und aus einem Gebiet des Wohllauts zieht er ein in die physische Welt. Wenn es wahr ist, daß die Seele des Menschen zwischen zwei Verkörperungen ein Devachan hat, so dürfen wir auch sagen, daß die Seele während der Nacht schwelgt und lebt in dem flutenden Ton, als dem Element, aus dem sie eigentlich gewoben ist, das eigentlich ihre Heimat ist.

Der schaffende Tonkünstler nun setzt den Rhythmus, die Harmonien und Melodien, die sich während der Nacht seinem Astralleib einprägen, um in einen physischen Ton. Unbewußt hat der Musiker das Vorbild der geistigen Welt, das er umsetzt in die physischen Klänge. Das ist der geheimnisvolle Zusammenhang zwischen der Musik, die hier im Physischen erklingt, und dem Hören der geistigen Musik in der Nacht.

Wenn ein Mensch beleuchtet ist vom Lichte, dann bildet sich von ihm ein Schatten an der Wand. Das ist nicht der wirkliche Mensch. So ist die Musik, die im Physischen erzeugt wird, ein Schatten, ein wirklicher Schatten von einer viel höheren Musik des Devachans. Das Urbild, die Vorlage der Musik ist im Devachan, die physische Musik ist nur ein Abbild der geistigen Wirklichkeit.“
(Lit.:GA 283, S. 14f)


Rudolf Steiner über den Ton

„Weder Ton noch Wärme, noch Licht, noch Elektrizität sind Schwingungen, so wenig als ein Pferd eine Summe von Galoppschritten ist.
Ton zum Beispiel ist ein wesenhaftes Quale und die Wirkung dieses wesenhaften Quale beim Durchgang durch die Luft ist: die Schwingung. Für den empfindenden Menschen ist die Schwingung die Veranlassung, in sich das Quale nachzuahmen; darin besteht die Wahrnehmung des Tones. Ähnlich ist es bei anderem: Licht etc.“

Interpretation: der Ton ist quasi eine komplexe Erscheinung mit einer eigenen Identität, ein Energiefeld mit einem Charakter, einer Qualität, einem Lebensausdruck. Dieses sozusagen lebendige Feld tritt als Schwingung in die Realität der physikalischen Welt ein. Das Feld erzeugt eine Resonanz im Hörer, ein Abbild seines Charakters, eine Wirkung mit einer Botschaft.

Von der Eigenqualität des einzelnen Tones und Rudolf Steiners Tonhöhenangabe c = 128 Hz

In dem Buch „Von Intervallen Tonleitern Tönen und dem Kammerton c = 128 Hz“ von Maria Renold geht es in dem Kapitel 14 „Von der Eigenqualität des einzelnen Tones und Rudolf Steiners Tonhöhenangabe c = 128 H“ um den Einstimmton und um die Intonationshöhe der einzelnen Töne einer Tonleiter.

Maria Renold legt ihren Ausführungen eine mündliche Tonhöhenweitergabe von Rudolf Steiner an Kathleen Schlesinger zugrunde: „c = 128 Hz„.

Maria Renolds Zwölf-Quintentöne-Leiter wird immer auf c = 128 HZ oder c = 256 Hz (Oktave ) eingestimmt.

Das heißt:
nicht 432 HZ ist die Leitfrequenz, sondern 128 HZ.
In dem Kapitel geht es aber auch die Eigenqualität von Tönen auf bestimmten Schwingungszahlen, die sich von den Eigenqualitäten anderer Töne grundsätzlich unterscheiden. Damit ist die Wirkung gemeint, ein moralischer Wert, wie der in Marias Buch von ihr in dem Kapitel 14 zitierte Musikhistoriker C. Forsyth meint. In der Musik im antiken Griechenland haben Tonhöhen moralische Eigenschaften wie gut und böse oder tapfer. Es wurde ein Ethos mit der Tonhöhe verbunden.
Und zum Schluss des Zitats steht dann dieser Satz:

„Wir müssen aber wiederholen, dass für den Griechen diese Tonhöhe eine Tonika, das heißt Grundton oder Prim war, nicht eine Tonleiter-Tonhöhe in unserem Sinn.“

Rudolf Steiner und die Frequenzen

In dem Buch „Von Intervallen, Tonleitern, Tönen und dem Kammerton C = 128 Hertz“ von Maria Renold zitiert sie am Schluss des Buches Rudolf Steiner. Das Zitat stammt aus dem Vortrag vom 22.4.1924
Die Offenbarung des Himmlischen im Irdischen durch die Kunst. 
Es ist der letzte Beitrag von Rudolf Steiner zur Musik, zu den Frequenzen.

Für die Freunde besonderer Zusammenhänge weise ich auf die Bandnummer und die Seitennummer hin, unter der das folgende Zitat zu finden ist:

Die Offenbarung des Himmlischen im Irdischen durch die Kunst
R U D O L F S T E I N E R G E S A M T A U S G A B E
Abteilung B: Vorträge
IL Vorträge vor Mitgliedern
der Anthroposophischen Gesellschaft
Herausgegeben von der
Rudolf Steiner Nachlassverwaltung
Band GA 243
Seite 234

Die Zahlen kommen dem Kenner bekannt vor: 243 – 234. Wo diese Zahlen sind, ist auch die Frequenz 432 HZ nicht weit.

„Das Musikalische ist aber befähigt, diesen Christus-Impuls in Tönen, in gestalteten Tönen, in durchseelten, in durchgeistigten Tönen einmal vor die Welt hinzustellen.


Läßt sich die Musik inspirieren von anthroposophischer Geisteswissenschaft, wird sie die Wege dazu finden, denn sie wird rein künstlerisch, artistisch, gefühlsmäßig enträtseln, wie in Tönen symphonisch belebt werden kann dasjenige, was im Kosmisch-Tellurischen als der Christus-Impuls lebt.


Man braucht dazu nur in einer innerlich bis ins Mystische in der Empfindung gehenden Vertiefung des musikalischen Erlebens das Terzengebiet in Dur vertiefen zu können.

Erlebt man dies als etwas, was musikalisch ganz im Inneren des Menschen beschlossen ist, und empfindet man dann das Quintengebiet in Dur, empfindet man das Quintengebiet als dasjenige, was etwas Umhüllendes hat, was etwas davon hat, daß, wenn der Mensch in die Quintengestaltung hineinwächst, er bis an die Grenze des Menschlichen und Kosmischen gelangt, wo das Kosmische in das Menschliche hereintönt, das Menschliche in das Kosmische hinaus sich sehnt, ja hinaussehnend stürmt, dann kann man gerade im Musikalischen durch das Mysterium, das zwischen dem Terzen- und Quintengebiete in Dur sich abspielt etwas erleben von dem, was als Innermenschliches in das Kosmische hinaus will.

Und gelangt man dann dazu, zuerst auftönen zu lassen in den Septimendissonanzen das Leben im Kosmos, wo die Septimendissonanzen sprechen als dasjenige, was der Mensch im Kosmos empfindend erleben kann, wenn er sich auf dem Wege befindet in die verschiedenen Geistesregionen hinaus, und gelangt man dazu, die Septimendissonanzen verschweben zu lassen so, daß sie gerade durch ihr Verschweben etwas Bestimmtes annehmen, dann bekommen die Septimendissonanzen zuletzt im Verschweben etwas, was sich wie ein musikalisches Firmament dem musikalischen Erleben darstellt.


Und findet man dann, indem man vorher schon angedeutet hat in intimen Zügen ein Moll-Erleben in dem Dur-Erleben, findet man dann in diesem Verschweben der Septimendissonanzen, in diesem Sich-Gestalten der Septimendissonanzen zu einer Totalität, die in ihrer Totalität fast harmonisch wird, fast konsonierend wird, weil sie verschwebt, findet man darinnen die Möglichkeit, in intensivem Moll herauszubekommen aus der Septimendissonanz, aus dem fast Harmonischen des Verschwebens der Septimendissonanzen, findet man zurück den Weg ins Quintengebiet in Moll und von da das Durchsetzen des Quintengebietes mit dem Moll-Terzengebiet, dann hat man auf diesem Wege erzeugt das Erleben, das musikalische Erleben der Inkarnation, und zwar gerade der Inkarnation Christi.


Denn man wird finden können in diesem Sich-hinaus-Fühlen in das dem kosmischen Empfinden gegenüber nur scheinbar dissonierende Septimengebiet, das man zu einem Firmament gestaltet, indem man die Oktave wie dahinterstehend, aber nur annähernd dahinterstehend hat, hat man dieses im Erfühlen ergriffen, kehrt man dann in der angedeuteten Weise zurück und findet, wie in der Keimgestalt der Terzenkonsonanzen in Moll die Möglichkeit liegt, wie etwas Musikalisches die Inkarnation darzustellen, dann darf, wenn wiederum zurückgegangen wird zum Dur auf diesem Gebiete, da das «Halleluja» des Christus aus dieser musikalischen Gestaltung herausklingen, rein musikalisch, rein aus der Gestaltung der Töne heraus.

Dann wird der Mensch innerhalb der Gestaltung der Töne herauszaubern in dieser Formung der Töne ein unmittelbar Übersinnliches, es für das musikalische Empfinden hinstellen.


Der Christus-Impuls kann im Musikalischen gefunden werden.“

Maria Renolds letzter Satz in ihrem Buch vor dem Anhang lautet:

„Diese Worte Rudolf Steiners geben große Rätsel auf. Vielleicht können die Ausführungen dieses Buches ein wenig dazu beitragen, ihrer Lösung näherzukommen.“


Sphärenmusik (Sphärenharmonie)

Die Sphärenmusik (Sphärenharmonie) ist keine Musik in unserem traditionellen Verständnis. Die Sphärenmusik besteht nicht aus Tönen, so wie die Planetentöne auch keine Töne sind.

Es sind Frequenzmuster, die wie die DNS im Körper Informationen enthalten, die Resonanzen in der Welt hervorrufen.
Sie dienen als Steuerungsinstrument der Realität.

Rudolf Steiner hat sich zu verschiedenen Zeiten und Orten in Vorträgen dazu geäußert. Hier ist eine Zusammenstellung seiner Gedanken:

Das inspirierte Bewusstsein

„Es ist jenes Bewusstsein, von dem Pythagoras als von der Sphärenharmonie spricht. Die ganze Welt tönt ihr Wesen hinaus, und wenn der Mensch abends einschläft, wenn sein Astralleib mit dem Ich herausgeht aus seinem physischen und Ätherleibe,
dann dringen die Harmonien und Melodien der Weltenmusik durch diesen Astralleib; dann ist er eingebettet in sein eigentliches geistiges Dasein, und da erlangt er aus der Sphärenmusik heraus die Fähigkeit, die abgenützten Kräfte zu ersetzen. Der Mensch taucht unter in der Nacht in die Sphärenmusik, und dadurch dass ihn die Töne durchklingen, fühlt er am Morgen sich neu gekräftigt
und gestärkt.

Während der Mensch durch sein gewöhnliches Vorstellen nur die Dinge der Erde wahrnimmt, wird er durch die Imagination befähigt, in Korrespondenz mit den Wesenheiten der einzelnen Planeten zu treten; mit dem Sonnensystem wird er in Zusammenhang treten, wenn er zur Inspiration dringt.
Geistesohren sind die Ohren des Hellsehers, der die Sphärenharmonie eines Sonnensystems wahrnimmt.

Sphärenmusik - Das inspirierte Bewusstsein

Und könnten Sie jene Sonnenkräfte wahrnehmen, die auf die Pflanzenleiber niederströmen, wenn sie aus der Erde herauswachsen, diese Pflanzenleiber mit ihren Wurzeln und Blättern, die oben sich abschließen in der Blüte, wo der Astralleib sie umspült, und in die die geistigen Kräfte der Sonne hineinwirken, — könnten Sie diese Kräfte geistig wahrnehmen, Sie würden sie wahrnehmen als die geistige Sphärenmusik, die allerdings nur Geistesohren hören können…

Geistige Töne ziehen geheimnisvoll hinein in die Pflanzenblüte. Das ist das Geheimnis des Pflanzenwerdens, daß man in jeder einzelnen
Blüte einen Ausdruck hat für die Töne, die diese Blüte formen und der Frucht ihren Charakter geben. Aufgefangen werden die Sonnentöne von der Pflanze und walten darin als Geist.

Vielleicht wissen Sie, wie man durch den Ton in der materiellen Welt Form geben kann. Denken Sie einmal an das Experiment der Chladnischen Klangfiguren, wie da auf einer Platte der Staub durch die Einwirkung des Tones zu Figuren angeordnet wird; in diesen Figuren finden Sie den Ausdruck für den Ton, der sie angeordnet hat.

Und wie in diesem Staube gleichsam der physische Ton aufgefangen wird, so wird der geistige Ton der Sonne aufgefangen und aufgesogen von der Blüte und der Frucht. Im Samen ist er verborgen, geheimnisvoll, und wenn aus dem Samen die Pflanze herauswächst, dann ist es der eingefangene, der aufgesogene Sonnenton, der die Form der Pflanze herauszaubert.

Das hellseherische Bewußtsein blickt auf unsere Pflanzenwelt rings umher, und in den Blüten, die den Teppich unserer Erdoberfläche bilden, schaut er überall den Reflex der Sonnentöne… in den Pflanzenformen tönen die Sonnentöne, die Widerspiegelung der Sphärenmusik, in den Raum hinaus……………….

Wenn der Mensch in dieser geistigen Welt wahrzunehmen lernt, dann treten ihm sinnbildlich die Töne entgegen, es klingt und tönt geistig aus dem Himmelsraum, schneller oder langsamer, ein anderes Tönen ist es. Sphärenharmonie ist kein Bild, es ist eine Wirklichkeit, die man erlebt.“


Esoterische Stunde

Gott suchen

…….Und warum müssen wir auf diesem Weg gehen, warum müssen wir vollbewußt tief in die Welt der Illusion hineinschauen?

Warum, so fragen wir uns, haben die Götter uns in diese unwirkliche Welt hineingestellt? Sie hatten uns doch unmittelbar die wahre Wirklichkeit verschaffen können, anstatt dieses an der
Oberfläche tändelnde Wellenspiel des Lebens!

Wir werden später erkennen, daß es weise und gut ist, daß die Welt Maja, Illusion ist. Wenn alles wahre Wirklichkeit wäre, würden wir selber nicht länger nach Wahrheit, nach Vollkommenheit suchen; wir könnten keine Fähigkeiten entwickeln, und da es nichts Unrichtiges geben würde, könnte auch kein Laster bestehen.

Wir könnten uns also nicht zu einer Tugend erziehen, wir könnten uns überhaupt nicht frei entwickeln; wir würden, da wir immer in der wirkenden, waltenden Gottheit darinnen
lebten, niemals Gelegenheit haben, aus uns selbst, aus eigener Freiheit nach der wahren Erkenntnis zu suchen und unterzutauchen in die Tiefen der Wirklichkeit.

Wir würden aufhören, Gott zu suchen. Das «Gott suchen» hat eine tiefe biblische Bedeutung, die man nur esoterisch verstehen kann.

Am Ende des sechsten Schöpfungstages steht: «Und Gott ruhte am siebenten Tage.»

In der Saturn-, Sonnen- und Mondentwicklung war Gott tätig gewesen, er ruhte am siebenten Tag, nachdem die Welt geschaffen war; dann war Gott nicht mehr zu finden, bis an den
Horizont unserer Erdenentwicklung. Da war er unsichtbar; und das hat eine tiefe Bedeutung.

Das wahre Göttliche liegt hinter der sichtbaren Schöpfung verborgen – das ist die große Wahrheit, die wir als Esoteriker hinter dem Sinnenschein suchen müssen. Und da die Welt Illusion ist, gibt sie uns gerade Gelegenheit, unser Ich durch allen falschen Schein hindurch zu entwickeln, damit wir die Wirklichkeit, die Gottheit selber finden sollen.

Und welchen Weg weist uns die esoterische Schulung, welche Mittel gibt sie uns, damit wir zu einer schnelleren Erkenntnis der höheren Welten kommen können als der Mensch des Alltags?

Sie gibt uns gewisse Übungen, Konzentrations- und Meditationsübungen, bei deren Übung innere Seelenkräfte in uns erweckt werden können, die sonst noch lange schlummernd bleiben würden.

Ich will hier noch ausdrücklich betonen, daß der Schüler sich nicht auf diesen Weg begeben soll aus bloßem Vertrauen zu seinem Lehrer oder vielleicht aus einer blinden Verehrung für ihn, denn das würde der ganz verkehrte Weg sein. Er soll seinen eignen Verstand gebrauchen bei allem, was er tut, und er soll auch nicht andere für ihn denken lassen, sondern selber soll er alles prüfen, auch was seine Übungen und Meditationen betrifft.

Er soll, wenn er in seine Meditationen versunken ist, nicht an eine suggestive Kraft derselben glauben, denn das wäre eine ganz falsche Annahme.

Sie können nicht suggerierend wirken, weil sie so zusammengesetzt sind, daß jedermann durch sich selbst zur Imagination
kommt, auf die die Übungen nur hindeuten.
Betrachten wir jene Meditation, die den meisten von Ihnen bekannt ist:

In den reinen Strahlen des Lichtes

Was könnte nun hier suggerierend wirken, wahrend der Inhalt eigentlich etwas gar nicht Wirkliches andeutet? Denn ein jeder weiß, während er es für sich hersagt, daß die Gottheit nicht in
den Strahlen des (äußeren) Lichtes zu finden ist. Die Übung gibt uns nur gleichsam wie ein Symbolum die Anregung, aus uns selbst uns ein imaginatives Bild zu schaffen, während wir versuchen, uns mit unserer Seele in die Gottheit der Welt zu versenken. Wir sollen immer nur unseren eigenen Verstand allein sprechen lassen, nicht aus blindem Glauben an unseren Lehrer handeln. Es ist besser, im Zweifel zu verharren, bis wir durch unsere eigene Arbeit zu der Erkenntnis der Wahrheit gelangen.
Einmal werden wir so weit sein.

Der Doppelgänger/Ein zweites Ich

Und was ist das andere unabwendbare Erlebnis, das der Mensch innerlich durchmacht, – unabwendbar, denn es ist die Folge des treuen Befolgens der esoterischen Übungen? Das ist die Spaltung der Persönlichkeit, die da auftritt. Der Mensch wird allmählich empfinden so, als ob etwas neben ihm ginge, etwas, das mitdenkt, mithört, ja sogar, wenn der Mensch innerlich nicht sehr stark ist, mitspricht. Es ist ein zweites Ich, das hervortritt, ein Doppelgänger, den man aus sich herausgesetzt hat. […]

Das ist nicht immer eine angenehme Empfindung. Aber das Bewußtsein, diesen Doppelgänger immer mit sich zu führen, wird ihm seine Fehler ins Bewußtsein rufen, damit er sich bessern solle. Er soll fortwährend diese Anwesenheit empfinden, sonst würde es gefährlich werden und er über all seinen hohen Idealen und Absichten vergessen, was eigentlich sein Innenleben und was seine Fehler sind.

Es würde unter gewissen Umständen sogar für einen hohen Eingeweihten lebensgefährlich sein, trotz seines hohen Strebens, wenn er diesen Doppelgänger nur einen Augenblick vergessen würde. Er würde tatsächlich seinen physischen Leib durch den Tod verlieren können, ungefähr in der Weise wie jemand, der, in ein erhabenes Problem vertieft, vergessen würde, auf seinen Körper zu achten, und infolge dieser Unaufmerksamkeit überfahren würde. Je stärker der Doppelgänger auftritt, desto besser ist es für unsere Entwicklung, denn sonst würden wir uns großen Illusionen über uns selbst hingeben.

Rudolf Steiner – GA 266b – Aus den Inhalten der esoterischen Stunden: Band II: 1910-1912 – Hannover, 31 Dezember 1911 (Seite 271-275)