Der Hüter der Schwelle

Hüter der Schwelle

In allen Geheim­leh­ren gibt es Ein­ge­weih­te. Heu­te erle­ben die­se genau das­sel­be wie damals, indem sie über ihr nie­de­res Ich hin­aus­wach­sen, den geis­ti­gen Wesens­kern in sich ent­wi­ckeln und in die­sem Leben schon Bür­ger einer höhe­ren Welt wer­den. Zu glei­cher Zeit aber wird uns klar­ge­macht, daß in einer gewis­sen Stun­de die gan­ze nie­de­re Natur vor sie hin­tritt. In jedem Men­schen ist eine Sum­me von Lei­den­schaf­ten, Begier­den und Wün­schen, die sei­ner nie­de­ren Natur anhängen. 

Aus alle­dem muß der Mensch erst her­aus. Dann tritt es wie eine Wesen­heit vor ihm auf. Man nennt die­se abge­lös­te Wesen­heit den Hüter der Schwel­le. Als eine Wesen­heit steht neben dem Men­schen sei­ne nie­de­re Natur, und er muß sich ein­mal sagen: Das bist du! Das mußt du able­gen! – Das nennt man bei allen Ein­wei­hun­gen die Höl­len­fahrt. Man hat da Genos­se zu wer­den der höl­li­schen Mäch­te, hin­un­ter­zu­stei­gen in die Tie­fen der Welt, weil der Mensch ein­fach drin­nen­steckt und sei­ne höhe­re Natur nur halb in ihm lebt.

Den Hüter der Schwel­le nennt man die­se Wesen­heit, weil die Men­schen, die sich nicht Mut und die Geis­tes­ge­gen­wart aneig­nen, nicht dar­über hin­aus­kom­men. Die­je­ni­gen, die die Schwel­le über­schrit­ten haben, nennt man Eingeweihte.

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